Samstag, 8. August 2015

Zum Tanach, der jüdischen Bibel.

Der Tanach auf Hebräisch

Bibel stammt vom griechischen byblos (Papyrusbast). Dies wiederum geht auf Byblos zurück. Das ist die phönizische Hafenstadt, die in der Antike ein Hauptumschlagplatz für Bast war, aus dem die Papyrusrollen hergestellt wurden. 


Die Stadt Byblos (Libanon) heute


                                                       Cyperus Papyrus, die Pflanze, 
                                                       aus der Bastfasern gewonnen werden.

Bastfasern


Geschriebener Papyrus


Byblos ist die Einzahl, Biblia die Mehrzal. Das heisst, die Bibel ist ein Buch, der aus mehreren Bücher besteht. Deshalb wird sie das Buch der Bücher genannt.

Der Tanach besteht aus den drei Teilen Tora („Weisung“), Nevi'im („Propheten“) und Ketuvim („Schriften“). TNK ist das Kürzel der Anfangsbuchstaben dieser Teile. Die Büchern des Tanach sind in Hebräisch verfasst. 

Solche Bücher sind:

Tora

Bereschit (Im Anfang): Erzählt die Schöpfung der Welt, über Adam und Eva, den Sündenfall, die Sintflut, über Abraham und Sarah, Sodom und Gomorrah, Jakob und Esau, und Josef und seine Brüder. 

Schemot (Namen): Erzählt die Offenbarung Jehovas an Mose, die Zehn Plagen über Ägypten, den Auszug aus Ägypten, die Stiftung der Pessach, die Zehn Gebote,  über Gesteze und Anweisungen und das Goldene Kalb. 

Vajikra (Er rief): Erzählt die Opfergaben, Aarons Priesterweihe und über Reinheits- und Heiligkeitsgebote.

Bamidbar (Zahlen): Erzählt die Wanderung durch die Wüste, über weitere Gesetze und Gebote und die Vertreibung und Ausrottung der Kanaaniter.

Devarim (Worte): Erzählt Moses' Rede zum Volk Israels, Verkündigung des Gesetzes und letzte Verfügungen.  

Nevi'im

Josua: Erzählt die Überquerung des Jordan, die Eroberung des Gelobten Landes, die Verteilung der Stämme Israels darauf und die Aufzählung der eroberten Gebiete und deren Könige.


Schophtim (Richter): Erzählt Israels Abfall von Jehova, die Bedrohung und Unterdrückung durch fremde Völker, den Hilfeschrei zu Jehova, die Erweckung eines Richters durch Jehova,  die Rettung Israels durch den Richter und den erneuten Abfall von Jehova.

Samuel: Erzählt Samuels Kindheit am Heiligtum in Silo, den Verlust und die Rückkehr der Bundeslade, Sauls Krönung zum König Israels, über David gegen Goliath, Davids Wirken am Hof Sauls, den Krieg gegen die Philister, Sauls Ende, Davids Krönung zum Nachfolger Sauls, Davids Ehebruch mit Batseba, die Volkszählung Israels, Davids Tod und dessen Vermächtnis.

M'lakhim (Könige): Erzählt Salomos Krönung zum Nachfolger Davids, Bitte zu Jehova um Weisheit, weises Urteil, Tempelbau zu Jerusalem, die Tempelweihe, den Besuch der Königin von Saba bei Salomo, Salomos Reichtum, Vielweiberei und Götzendienst, Salomos Tod, Rehabeams Torheit und Teilung des Reiches. die Eroberung des Nordreiches (Israel) durch die Assyrer und die Eroberung des Südreiches (Juda) durch die Babyloner.


Jesaja: Erzählt das Gericht über Juda, Jesajas Wirken, das Weltgericht und die Erlösung Israels.

Jeremia: Erzählt Jeremias Berufung, Klagen über seine eigene Einsamkeit und Urteile gegen den Götzendienst, die Prophezeiung des Exils, den Neuen Bund mit Israel, Jerusalems Zerstörung, die Vertreibung der Juden und die Prophezeiungen gegen fremde Völker.

Ezechiel: Erzählt Ezechiels Tadel der Götzenanbetung, den Untergang der Feinde Judas, Trost der Exilierten und Ankündigung des messianischen Zeitalters.

Trei Asar (Die Zwölf --> Hosea, Joel, Amos, Obadia, Jona, Micha, Nahum, Habakuk, Zefanja, Haggai, Sacharja, Maleachi): Erzählt das Gericht gegen Israel (Hosea, Amos, Micha, Joel), gegen die Völker (Obadja, Jona, Nahum) und das Heil für Israel (Habakuk, Zefanja, Haggai, Sachaja, Maleachi).


Ketuvim

Tehillim (Psalmen): Ist eine Sammlung von 150 Psalmen (gesungenen Gebeten ) zu den verschiedensten Anlässen, vom Lob bis zur Buße.  

Mischle (Sprüche): Eine Sammlung von Salomos Lebensweisheiten zu verschiedenen Themen.

Ijob (Hiob): Erzählt Hiob's Prüfund durch sinnloses Leiden. 

Hamesch Megillot  (Fünf Rollen --> Schir Haschirim, Rut, Kohelet, Eikhah, Ester): Erzähl Salomos Liebesgedicht, Ruts Auswanderung von Moab ins Land Israel. weitere Lebensweisheiten Salomos, Jeremias Schilderung von Israels Abfall und Elend, 

Daniel: Erzählt Daniels Verbannung am Hof vom König Nebukadnezar, Daniel in der Löwengrube und den Fall von Nebukadnezar Königsreich.

Esra-Nehemia: Erzählt die Rückkehr der Juden aus Babylon, das Verzeichnis der Rückkehrer, den Wiederaufbau des Tempels und die Auflösung der Mischehen zwischen Juden und Nichtjuden. 

Divrei ha-Yamim (Choniken): Erzählt die Abstammung der Israeliten und einiger Nachbarvölker, die Teilung des Reiches in Israel und Juda und deren Ende.


Der Tanach entstand als Sammlung verschiedener religiöser und weltlicher jüdischer Schriften in einem komplexen Prozess von ca. 1200 Jahren innerhalb der Geschichte Israels. Seine ältesten Bestandteile sind mündlich überlieferte Sagen. Diese wurden später aufgezeichnet, in eine Heilsgeschichte integriert und erhielten so gesamt-israelitische Bedeutung.

Die Tora entstand seit der Staatsbildung in Israel und lag schon in der Zeit vor dem Exil im 6. Jahrnundert vor unserer Zeit in Teilen als schriftliches Gesetzbuch und Grundlage des Tempelkultes in Jerusalem vor. Sie wurde bis 250 vor unserer Zeit endgültig fertiggestellt und dann ins Griechische übersetzt. 

Seit etwa 400 v. Chr. wird die Tora in fünf Bücher eingeteilt. Darum wird die Tora auf Hebräisch auch Chumasch („die Fünf“) und auf Griechisch auch Pentateuch („Fünf-Schriftrollen-Behälter“) genannt.

Das ist die Bibel, die Yeschua Ben Nazareth gelesen hat.



Yeschua Ben Nazareth (Jesus von Nazareth)

Um 90 unserer Zeit teilte Flavius Josephus den Tanach gemäß der Buchstabenzahl des hebräischen Alphabets in 22 einzelne Bücher ein. Dabei zählte er die Bücher Samuel, Könige, Chronik, Esra/Nehemia, das Zwölfprophetenbuch, Richter/Rut und Jeremia/Klagelieder als je ein Buch. Das 4. Esrabuch dagegen teilte den Tanach in 24 Bücher ein, indem es Richter, Rut, Jeremia und Klagelieder einzeln zählte. Es erreichte so eine Analogie zu den Zwölf Stämmen Israels und dem in zwölf Monate geteilten Jahreszyklus.

Umfang und Einteilung des Tanach wurden im Judentum gegen Ende des 1. Jahrhunderts unserer Zeit endgültig festgelegt. Die Abfolge der Bücher im Propheten- und Schriftenteil und die Aufnahme und Zuordnung weiterer Bücher zum Schriftenteil blieb bis etwa 200 unserer Zeit umstritten. Als eins der letzten Bücher wurde das um 165 vor unserer Zeit entstandene Buch Daniel aufgenommen.


Die Christen übernahmen alle Bücher des Tanach,  seit etwa 190 unserer Zeit als Altes Testament (AT) dem sogenannten Neuen Testament (NT) gegenübergestellt und um 400 endgültig kanonisiert. Der Tanach blieb vollgültiger Teil des Bibelkanons und damit bindendes Wort Gottes. Damit lehnten die Kirchenväter die Trennung des Schöpfergottes der Bibel von Yeschua Ben Nazareth, dem Erlöser, als Häresie ab (Marcion hatte sie um 150 vertreten).

Die Bücher des Tanach wurden in ihrem gesamten Textbestand übernommen, aber anders angeordnet und anders in drei Hauptteile eingeteilt: Der erste Teil umfasst die Geschichtsbücher (1. Mose bis Buch Esther), der zweite Teil Dichtung bzw. Weisheit (Hiob, Psalmen, Sprüche Salomos, Prediger, Hohelied) und der dritte Teil umfasst die Propheten. Darin zeigt sich bereits, dass Christen die jüdische Geschichte eher als abgeschlossen sahen und die prophetischen Zukunftsverheißungen auf Jesus Christus bezogen, während für Juden Erinnerung auch Zukunft war.

Hier die Bücher des Tanach nach der heutigen Auflistung:

Genesis (1. Buch Mose)

Exodus (2. Buch Mose)

Leviten (3. Buch Mose)

Numeri (4. Buch Mose)

Deuteronomium (5. Buch Mose)

Josua

Richter

Ruth

1. Samuel

2. Samuel

1. Könige

2. Könige

1. Chroniken

2. Chroniken

Esra

Nehemia

Hiob

Psalmen

Sprüche

Prediger

Hohelied

Jesaja

Jeremia 

Klagelieder

Ezechiel

Daniel

Hosea

Joel

Amos

Obadja

Jona

Micha

Nahum

Habakuk

Zefanja

Haggai

Sacharja

Malachi

Der Tanach wird im jüdischen Gottesdienst am Sabbat in der Synagoge regelmäßig für Schriftlesungen verwendet. Aus der Tora wird fortlaufend in Wochenabschnitten vorgelesen, sodass im Laufe eines Jahres die gesamte Tora vorgetragen wird. Zu jedem Tora-Wochenabschnitt gehört ein ausgewählter kürzerer Prophetentext, der jeweils anschließend vorgetragen wird. Aus dem dritten Teil, den Schriften, werden besonders die Psalmen lerwendet sowie die fünf Festrollen zu den fünf Festen Pessach (Hohelied), Schawuot (Buch Rut), 9. Av (Klagelieder), Sukkot (Kohelet), und Purim (Buch Ester).

Die Christen haben es von den Juden übernommen und Texte aus ihrem Neuen Testament (B'rit Hadaschah) hinzugefügt. 

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Bibel

https://de.wikipedia.org/wiki/Tanach

https://de.wikipedia.org/wiki/Papyrus

https://de.wikipedia.org/wiki/Byblos





Sonntag, 5. Juli 2015

Zu Jehova, dem Gott des Judentums.

JWH auf Hebräisch

Jehova ist der Eigenname vom Gott Israels.

In der Bibel ist er Befreier und Bundespartner Israels.  Hinzu Schöpfer, Richter und Erlöser der ganzen Welt. 

Er wird auch El („Gott“, oft kombiniert mit Personennamen oder Eigenschaften), Adonai („mein Herr“) oder HaSchem („der Name“) bezeichnet.

Laut 1. Buch Mose 4,26 wurde Gott schon in der Urzeit unter dem Namen Jehova erwähnt. 

Aber erst im 2. Buch Mose 3,14 offenbart sich Jehova selbst als Gott Israels (Ich bin, der ich bin).

Mit dem Auszug aus Ägypten beginnt Jehovas eigentliche Geschichte mit Israel.

Die Midianiter hatten bereits einen Berggott namens JHWH gehabt. Diesem Kult schlossen sich die Israeliten früh an. Dies geht auf das 2. Buch Mose 3,1 zurück. Demnach begegnete Mose JHWH in Midian (2. Buch Mose 2,15) am Berg Horeb, als er Hirte und Schwiegersohn von Jitro, dem „Priester von Midian“ war. Dieser Priester opfert später JHWH als höchstem Gott auf dem „Gottesberg“ zum Dank für den Exodus der Israeliten und feiert mit deren Ältesten ein Mahl (2. Buch Mose 18,1–12). 


Indem JHWH Moses seinen Namen offenbarte und so Israel zu seinem Bundesvolk erwählte, verpflichtete er dieses Volk nach biblischer Auffassung bleibend dazu, seinen Namen zu heiligen. Dies geschieht laut Tanach in verschiedenen Bereichen:

-Im Kult: Als Antwort auf Jehovas Verheißungen baute Abraham öfter einen Altar, wo er Gottes Namen anrief (1. Buch Mose 12,8; 13,4; 21,33), anstelle der Familiengötter der Erzväter der nomadischen Lebensweise. Später einmal wurde nur noch Jehova verehrt. 

-In der Ablehnung von Fremdkulten in Israel. 

-Mit Jehovas Befragung vor einer Verteidigungsschlacht unter einem charismatischen Anführer (zum Beispiel Josua oder David).

-Mit priesterlichem Segen für das Volk. Seit der Landnahme erhielten die Leviten die besondere Aufgabe, Gottes Volk mit seinem Namen zu segnen (4. Buch Mose 6,27; 5. Buch Mose 10,8). Seit der Überführung der Bundeslade und dem Bau eines Zentralheiligtums wurde Jehovas Kult  nur auf den Jerusalemer Tempel gefeiert.

-Mit der Einhaltung der Toragebote. Die Propheten betonten seit dem 8. Jahrhundert vor unserer Zeit immer stärker „Recht und Gerechtigkeit“ gegenüber den Armen und Benachteiligten in Israel als Kern aller Gebote, deren Missachtung Israels Untergang nach sich ziehen würde.

-Mit dem Appell an Gottes Hilfe in der Not. Durch das Anrufen seines Namens erfährt der Beter schon Rettung (Psalm 54,3) und Schutz (Psalm 20,3). Laut Jesaja 48,9 schützt der Anruf Jehovas vor seinem Zorn.

-Mit dem Anrufen als Zeuge vor Gericht. Ein Schwur wurde üblicherweise mit dem Namen Jehova bekräftigt (3. Buch Mose 19,12; 5. Buch Mose 6,13). Der Missbrauch dieser Berufung auf Gott für falsche Eide und Falschaussagen wird im 2. Buch Mose 20,7 als schwerstes Vergehen verboten und mit Gottes Vergeltung bedroht.

-Mit dem weltweiten Bekanntmachen von Jehovas Namen. So erklärt 2. Buch Mose 9,16, durch die Plagen des Pharao sollte Jehovas Name allen Völkern bekannt werden. 

Ab dem 6. Jahrhundert vor unserer Zeit  wurde der Gottesname Jehova aus Respekt nicht mehr ausgesprochen. Bis heute sagen die orthodoxen Juden nicht Jehova, sondern HaSchem.

Dies haben die Urchristen übernommen. Nirgendwo im B'rit Hadasch (Neuen Testament) wird Jehovas Name erwähnt, sondern Gott oder Herr.

Die Schreibweise Jehova geht auf den Dominikanermönch Raymundus Martinus zurück. Dieser übersetzte um 1270 verschiedene Bibelteile aus dem Hebräischen ins Lateinische. In den Handschriften seines Werks Pugio Fidei adversus Mauros et Judaeos wurde das Tetragramm IHWH mit Iehovah wiedergegeben. Das hebräische Alphabet hat keine Vokale (Selbstlaute); deshalb kombinierte die masoretische Punktierung mit den Konsonanten JHWH zu I-e-H-o-V-a-H, um die Aussprache leichter zu machen.

Nikolaus von Kues in Deutschland (in seiner Predigt In Principio Erat Verbum von 1428), William Tyndale in Englad (Übersetzung der Fünf Bücher Mose 1530 ins Englische) trugen zur Verbreitung der Schreibweise Jehova.

    Gottes Name auf dem Eingang der Basilika ankt Louis König von Frankreich, St. Louis, Missouri (USA)
                                                    
                                                    
Quellen: 

https://de.wikipedia.org/wiki/JHWH

https://en.wikipedia.org/wiki/Tetragrammaton

Samstag, 20. Juni 2015

Zum Judentum


Das Judentum ist der Glaube, die Traditionen und die Kultur der Juden. Zusätzlich ist es auch die Gesamtheit der Juden.

Die deutsche Bezeichnung Jude kommt aus dem lateinischen Ausdruck judaeus und aus dem griechischen Ausdruck ioudaios, und diese beiden aus dem hebräischen Wort yehudi. Dieses bezeichnete zunächst die Angehörigen des Stammes Juda und die Bewohner dessen Territoriums. 


Unter der Herrschaft Davids in Hebron wurde dieses Gebiet Königreich Juda genannt (2 Samuel 5,3). Unter Rehabeham wurde es aufgespalten. Das südliche Teilgebiet wurde Juda genannt, das nördliche Teilgebiet Israel. 


Das Nordreich Israel bestand nur bis 722 vor unserer Zeit. Danach wurde yehudi und dessen Entsprechungen unterschiedslos gebraucht, auch spezifisch als Bezeichnung für die Angehörigen der jüdischen Religion (Ester 8,17).  Diese ist allerdings Fremdbezeichnung. Als Selbstbezeichnung überwiegt am yisrael (Volk Israel), um die nationale Identität durch die Erinnerung an die Frühgeschichte wachzuhalten.


Ich will herausfinden, inwieweit sich das Sakrale im Judentum auf die westliche Kultur übertragen hat. Deshalb fange ich hier beim jüdischen Glauben an.

Das Judentum ist eine monotheistische Religion. Das heißt, es gibt nur einen einzigen Gott im Judentum. Der wird Jehova genannt. Jehova wird als Schöpfer des Universums angesehen, der auch heute noch aktiv in der Welt handelt.

Die jüdische Religion besteht aus einer schriftlichen Lehre (Tora, Deutsch "Gesetz") und einer mündlichen Lehre (Talmud, Deutsch "Studium"). 

In der Tora befinden sich 613 Mitzwot (Deutsch "Gebote"). Jeder Jude muss sie jederzeit, überall beachten.

Ausgehend von der Tora werden die Jahre im Judentum basierend auf der Schöpfung der Welt gezählt. Der jüdische Kalender orientiert sich bei der Monatszählung am Mond (Mondkalender), und da 12 Monde kürzer sind als ein Sonnenjahr (unser normales Jahr) wird dieses durch zusätzliche Schaltmonate ausgeglichen. Aus diesem Grund fallen die jüdischen Feiertage immer wieder auf andere Kalendertage im weltlichen Kalender.

Das jüdische Jahr beginnt mit Rosch haSchana (Neujahrstag). Darauf folgt Jom Kippur (Versöhnungstag). Eine Woche nach Jom Kippur kommt Sukkot (Laubhüttenfest). Im Frühjahr kommt  Pessach (Auszug), das Fest des Auszugs aus Ägypten. Sieben Wochen danach kommt Schawuot (Wochen) . Diese Feiertage gehen alle auf die Tora zurück. Daneben gibt es noch Feiertage, die erst später von den Rabbinern festgelegt wurden. Dazuzu zählen Purim (Lose) und Chanukka (Weihung). 


Jüdische Feiertage und Feste haben einen doppelten Charakter, der sich auch in den verschiedenen Namen ausprägt, die sie tragen. Entweder haben sie Erntenamen (Erntefest, Lesefest) oder geschichtliche Namen (Hüttenfest, Passah), um Gott zu danken und Treue zu geloben. 

Die Führer und Propheten des Volkes ermahnten die Israeliten immer wieder, dass sie über dem täglichen Brot nicht Gott vergessen sollten. Der Hauptgedanke war dabei, dass die Menschen die Güter des Landes nicht den in früheren Zeiten verehrten Naturgöttern verdanken, sondern einzig und allein Jehova, dem Schöpfer des Himmels und der Erde.

Dies war lediglich eine grobe Skizzierung als Einführung. 

Das sind verschiedene Themen auf einmal. Deshalb werde ich sie einzel auf entsprechende Posts behandeln.

Quelle: 

https://de.wikipedia.org/wiki/Judentum

Samstag, 13. Juni 2015

Zum jüdischen Gottesdienst

Es ist immer besser, etwas zu zeigen, als davon zu reden.

Im Fall des Judentums habe ich mir gedacht, ich zeige lieber einen jüdischen Gottesdienst. 

Gleich findet Ihr die Aufnahme des Gottesdienst zur Einweihung der Synagoge an der Pestalozzi Str. in Berlin.


Montag, 1. Juni 2015

Zum Rabbiner, dem Geistlichen im Judentum.

Rabbi Moshe Feinstein (1895-1986)

Ein Rabbiner (Hebräisch Rav, Mehrzal Rabbanim, "Meister", "Lehrer") ist ein Geistlicher der jüdischen Religion.

Rabbiner werden biblisch erstmals in der Zeit nach dem babylonischen Exil in Esra 7,6-10 genannt. Dort wird der Priester Esra als ein mit dem Gesetz Moses erfahrener Gelehrter der Schrift erwähnt. Nach jüdischer Überlieferung schrieb Esra das mosaische Gesetzt, das beim Untergang Jerusalems 586 vor unserer Zeit verbrannt sein sollte und nur noch mündlich weitergegeben wurde, neu auf. Die Aufgaben der Gelehrten in seiner Tradition waren Auslegung der Tora und die konkrete Anwendung der jüdischen Lehre im Alltag. Daraus gingen später die Pharisäer hervor, die schließlich das rabbinische Judentum begründeten. 

Papst gab es und gibt es im Judentum nicht. Allerdings gab es einmal einen Hohepriester (Kohen Gadol) zwischen 1500 vor unserer Zeit bis 70 unserer Zeit. Der erste Hohepriester war Aaron (Moses Bruder). Der letzte war Phannias ben Samuel.


                                                Darstellung eines Hohepriesters (Kohen Gadol) 
                                                und zweier Leviten (Leviim) am Tempel 
                                                zu Jerusalem zur Zeit des Königreiches Juda

Bis in die Zeit der römischen Herrschaft hatte der Hohepriester sein Amt bis an sein Lebensende inne; das Amt selbst war erblich. Die Römer unterbrachen diese Linie, indem sie den Hohepriester benannten und auch absetzten.

In allen Fragen der Religion, der Priesterschaft und des Gottesdienstes hatte der Hoherpriester die oberste Autorität. Er musste die kultische Reinheit wahren und war der einzige, der einmal im Jahr zum Jom Kippur (Versöhnungstag) das Allerheiligste des Tempels betreten durfte. Dort empfing er stellvertretend für das Volk die Vergebung Gottes. Im Jahreslauf brachte er die wichtigsten Opfer dar.

Seit der Zeit der Makkabäer war der Hohepriester gleichzeitig auch der oberste politische Führer. Er war Vorsitzender des Hohen Rates (Sanhedrin). Dieser Rat war der höchste jüdische Gerichtshof und die wichtigste politische Institution, die selbst unter der Herrschaft der Römer noch über erhebliche Autonomie verfügte. Für die römische Besatzungsmacht war der Hohepriester damit der zentrale Ansprechpartner.

Nach dem großen Jüdischen Aufstand zwischen 66-70 unserer Zeit zerstörten die Römer im Jahr 70 den Tempel zu Jerusalem, das kultische Zentrum des Judentums. Der Kult wurde deshalb nicht weitergeführt. 

In der weiteren Entwicklung des Judentums ging die führende Rolle auf die Schriftgelehrten (Pharisäer) über. Die heutige Funktion eines Oberrabbiners hat jedoch mit jener eines früheren Hohepriesters nur wenig gemeinsam.

Aufgabe eines Rabbiners ist heutzutage auch die Seelsorge und die Betreuung der Gemeindemitglieder. Ferner ist er Ansprechpartner für Personen, welche die Gemeinde kontaktieren mögen. 


Rabbiner beim Religionsunterricht

Ein Rabbiner ist verheiratet ist und hat Kinder.

Vor dem Aufkommen von reformierten Rabbinern im 19. und von reformierten Rabbinerinnen im 20. Jahrhundert gab es ausschließlich traditionelle (orthodoxe) Rabbiner. Die Reformen im Judentum waren Anpassungen an den westlich-industriellen Lebensstil der nicht-jüdischen Gesellschaften. Deshalb werden die reformierten Rabbiner von den orthodoxen Rabbinern nicht anerkannt. Beispielsweise erlauben reformierte Rabbiner am Schabat das Autofahren zur Synagoge, wogegen das traditionelle, orthodoxe Judentum dies verbietet, da die Zündung des Motors als verbotenes „Feuermachen“ im Motorraum gilt. Das traditionelle, orthodoxe Judentum empfiehlt Juden, die weit von der Synagoge entfernt wohnen, das Beten zu Hause und das Treffen der Freunde in der Synagoge am Sonntag, wenn wieder Auto gefahren werden kann.

Orthodoxe Rabbiner und reformierte Rabbiner werden in Deutschland in der Deutschen Rabbiner Konferenz gefasst. Unter diesem Dach arbeiten unabhängig voneinander: die Orthodoxe Rabbinerkonferenz Deutschland und die Allgemeine Rabbinerkonferenz.

Quellen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Rabbiner

https://en.wikipedia.org/wiki/Rabbi